ChatGPT SEO: Quellen der LLMs analysiert
Datum: 10.02.2026
AI Overviews und ChatGPT verändern das Suchverhalten grundlegend: Während die Klicks auf klassische Suchtreffer sinken, steigt das Vertrauen in KI-Antworten. Für Marken bedeutet das, Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur über SEO oder Pressearbeit, sondern auch in generativen Antworten. Wir haben über 70.000 Antworten von Large Language Models (LLMs) analysiert, um zu verstehen, auf welche Quellen LLMs zugreifen.
Status Quo: Wer wird gefunden?
Die Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT verbreitet sich rasant, während der klassische Suchmaschinen-Traffic zurückgeht. KI-Modelle greifen dabei auf eine Vielzahl von Quellen zu: Webseiten dienen als Datenbasis (Foundation Layer), während externe Quellen zur Validierung genutzt werden (1,2,3):
- SEO-Signale: Domain Authority und Backlinks bleiben relevant; Nennungen der Marken in relevanten Kontexten werden wichtiger.
- Vertrauen: KI-Modelle zitieren bevorzugt vertrauenswürdige Quellen. Widerspruchsfreie Attribute (z. B. „innovativ, schnell, leicht“) über alle Kanäle hinweg erhöhen die Zitierwahrscheinlichkeit, da LLMs auf der Suche nach der "ultimativen Wahrheit" sind.
- Formate: Listicles, Reviews und Presseberichte sind besonders sichtbar.
Wie LLMs funktionieren
LLMs (wie GPT-5) greifen über Web-Search-Tools auf externe Inhalte zu (meist via Bing- oder Google-APIs). Relevanz entsteht hierbei durch Kontext, Format und Domain-Vertrauen. Wichtig zu wissen: Eine KI ‚weiß‘ nichts. Ein LLM speichert keine Fakten, sondern berechnet mathematische Wahrscheinlichkeiten zwischen Begriffen. Es ermittelt: Welches Wort ist die statistisch beste Antwort auf diesen Prompt?
Quellenanalyse: Welche Medientypen zitieren LLMs?
Unsere groß angelegte Untersuchung von 70.000 Antworten der führenden LLMs (ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity) zeigt ein klares Bild: Die KI-Modelle stützen sich massiv auf unternehmenseigene Inhalte, gleichen diese Informationen allerdings ab (z. B. mit Drittquellen, Wikipedia oder Social Signals).
Top-Quelle für LLMs: Corporate Content
Über die Hälfte der genutzten Quellen entfällt auf den Bereich Corporate (Blogs, Websites, Landing Pages). Das unterstreicht die enorme Bedeutung von Inhalten, die direkt von Unternehmen kontrolliert werden (Owned Media).
- Corporate ist Pflicht: Da 51,1 % der Quellen aus dem Unternehmensumfeld stammen, bleibt der eigene Blog und Website eine elementare Basis. Landing Pages mit klaren Botschaften dienen oft als LLM-Quelle.
- Optimiere Corporate-Inhalte auch für LLMs. Fokus auf strukturierte Daten, klare Rankings innerhalb Ihrer Artikel.
- Ergänze deinen Contentplan um Listicle-Formate ("Die 10 besten..."). Sie bleiben attraktiv für die KI-Ausspielung.

Dominanz von UGC: Reddit und YouTube an der Spitze
Ein Blick auf die am häufigsten zitierten URLs verdeutlicht die Relevanz von Community-basierten Inhalten und Video-Transkripten. reddit.com (15,33 %) und youtube.com (14,34 %) führen das Feld mit deutlichem Abstand an.
Zusammen machen Review-Seiten und User-Generated Content fast ein Viertel (23,3 %) der Quellen aus.

Unsere Auswertung zeigt:
- Dies unterstreicht, dass LLMs auf den „Faktor Mensch“ und praktische Erfahrungen setzen, gefolgt von reichweitenstarken Portalen wie chip.de (9,18 %) und beruflichen Netzwerken wie linkedin.com
(6,09 %).
> Für Unternehmen bedeutet das: Sichtbarkeit findet nicht nur auf der eigenen Seite statt, sondern maßgeblich dort, wo Nutzer:innen diskutieren und Inhalte teilen. - Die eigene Seite fungiert als Quelle, die Autorität entsteht durch Erwähnungen mit kohärenten Botschaften in UGC und Presse.
News-Seiten: Fachjournalismus schlägt Generalisten
Innerhalb des News-Segments gibt es einen klaren Spitzenreiter unseres Datensatzes: Chip dominiert mit 34,2 % als primäre Informationsquelle für technische und kaufberatende Anfragen.
Dahinter folgen spezialisierte oder reichweitenstarke Player wie Utopia (10,7 %), Welt (9,8 %) und Techradar (6,3 %).
Interessant ist, dass klassische Wirtschaftsmedien wie das Handelsblatt (5,7 %) oder die FAZ (4,2 %) zwar vertreten sind, aber gegenüber serviceorientierten Portalen (wie Chip oder Utopia) zurückfallen.
Die KI bevorzugt offenbar Quellen, die konkrete Lösungen und Vergleiche anbieten.

On-Page-Optimierung für LLM-Relevanz
Technische Basis schaffen: Marketing und Kommunikation (On-Page, eigene Website)
Autorität skalieren: Digitale Kommunikation (Off-Page, externes Umfeld)
Nutze kein Java-Script → LLM-Crawler können diese nicht lesen
Platzierung in öffentlichen, redaktionellen Beiträge → hierauf kann PR Einfluss haben
Reiche Sitemaps bei Google und Bing ein
Platzierung in Listicles (Verbraucher-Magazine, B2B-Listicle, Corporate Blogs) → hierauf kann PR Einfluss haben
Setze klare Webseite- und Überschriftenstruktur
Erwähnungen auf Review-Sites
Nutze strukturierte Daten (JSON-LD), um Inhalte maschinenlesbar zu machen
Erwähnungen auf Public Social
Vermeide “Thin Content” – biete detaillierte, faktenreiche Inhalte mit Mehrwert.
Erwähnungen auf Reddit
- Semantische Klarheit: Konkrete, verständliche Sprache
- Strukturierte Inhalte: Überschriften-Struktur (H1-H3, etc.), Listen, Tabellen
- Schema-Markup: Für Suchmaschinen & LLMs verständlich
- Vermeidung technischer Hürden: Kein JavaScript-Only Content
- Daten, Zitate, Tiefe: KI bevorzugt autoritative Inhalte
- Sitemaps in Google und Bing
Autorität schaffen & die Rolle von digitaler PR
Digitale PR ist heute das strategische Werkzeug, um Sichtbarkeit bei Algorithmen zu sichern. Während GEO (Generative Engine Optimization) die Antworten liefert, schafft Digitale PR die nötige Autorität. Der Erfolg liegt in der Symbiose: Marketing und PR müssen als Einheit agieren.
Quellen und wie PR helfen kann
Wie PR helfen kann
Vertrauenswürdige Medien
Für LLMs zählen Erwähnungen in seriösen Medien – egal ob mit oder ohne Link. Du willst von einem KI-Modell als vertrauenswürdig wahrgenommen werden? Häufig reicht es schon, wenn der reine Markenname im passenden Kontext platziert wird.
Wie PR helfen kann
PR-Teams sollten gezielt darauf hinarbeiten, Marken oder Produkte in hochwertigen redaktionellen Beiträgen unterzubringen. Hierzu eignen sich beispielsweise Studienergebnisse, Branchenkommentare oder exklusiv platzierte Inhalte mit Newswert.
Review-Plattformen
Gerade im B2B-Bereich gewinnen Review-Plattformen wie OMR Reviews, OMT oder Trusted.de zunehmend an Bedeutung als Referenzquellen für LLMs.
Wie PR helfen kann
Produkte aktiv auf den relevanten Plattformen platzieren – inklusive verifizierter Bewertungen, strukturiertem Content und direktem Kontakt zur Redaktion. Auch das Nachfassen bei bestehenden Einträgen, um Aktualität und Sichtbarkeit zu erhöhen, ist eine PR-Aufgabe.
Wikipedia / Wikidata
Einträge in offenen, maschinenlesbaren Wissensdatenbanken wie Wikipedia oder Wikidata werden besonders häufig als vertrauenswürdige Quellen herangezogen –und schaffen semantischen Kontext.
Wie PR helfen kann
PR kann die Koordination mit internen Fachabteilungen oder Agenturen übernehmen, um sauber recherchierte, neutrale Inhalte für Einträge aufzubereiten. Zudem sollten Unternehmen regelmäßig prüfen, ob ihre Einträge aktuell, korrekt und vollständig sind. Vielleicht kann eine Studie oder Datenerhebung sogar als Quelle in Wikipedia funktionieren. Testen lohnt sich.
Reddit & Foren
Communitys wie Reddit oder spezialisierte Fachforen bieten authentische Nutzerdiskussionen – ein weiterer Kanal, den LLMs auswerten. Gerade im B2C-Umfeld gewinnen solche Quellen an Bedeutung, besonders in englischer Sprache.
Wie PR helfen kann
PR kann Influencer:innen, Mitarbeitende oder loyale Kund:innen aktivieren, sich in Diskussionen einzubringen oder Erfahrungsberichte zu teilen. Auch gezielte Impulse, etwa das Teilen von Produktneuerungen mit hohem Nutzerinteresse, können Diskussionen anstoßen – ohne plumpes Product Placement.
Kommunikations-Taktiken für Sichtbarkeit in KI-Antworten
A) Listicle-Strategie: Deine Marke in "Top 10..."- Artikeln
- Prompts definieren: Welche Fragen könnten Nutzer:innen an ChatGPT stellen? („Welches ist das beste E-Bike für die Stadt?“...)
- Verlinkende Seiten identifizieren: Welche Domains werden aktuell genannt? → Eigene Übersicht aufbauen. Einfacher: Ein GEO-Tool wie blinq nutzen.
- Gründe analysieren: Warum taucht dein Produkt nicht auf? Welche Marken sind sichtbarer? Was macht die Konkurrenz?
- Erwähnung anstoßen: Neue Produkttests initiieren, PR-Outreach starten, Listicle-Autor:innen ansprechen. Transparent und ehrlich. Sollte eine Listung nicht direkt helfen, zeigt unsere Erfahrung, dass Sichtbarkeit generell hilft. Wenn du ein sehr relevantes Medium identifiziert hast, hilft es auch an anderer Stelle redaktionell (mit exklusiven Interviews oder Studien) stattzufinden.
- Langfristige Sichtbarkeit: Je öfter deine Marke in Medien, Konferenzen und Online-Gesprächen auftaucht, desto höher ist die Chance auf Listicle-Erwähnungen.
B) Fachpresse & News: Autorität skalieren
- Exklusive Inhalte anbieten: Datenerhebungen, Studien oder aktuelle Aufhänger nutzen, um Journalist:innen relevante Geschichten zu liefern. Hier gibt's mehr Beispiele guter PR.
- Aktive Redaktionseinbindung: Redaktionelles Storytelling mitdenken – echte Inhalte liefern, statt Werbung.
- Recherchetools nutzen: z. B. Suchbegriff in blinq analysieren, Medien identifizieren und gezielt pitchen.
- Sichtbarkeit strategisch aufbauen: Erwähnungen in redaktionellen Beiträgen wirken langfristig. Je häufiger deine Marke genannt wird – in Fachmedien, News-Artikeln, Konferenzen oder Branchenanalysen – desto wahrscheinlicher wird sie automatisch in Rankings und Produktempfehlungen aufgenommen.
- Auch abseits der „klassischen Rankings“ denken: Wenn du es (noch) nicht in ein bestimmtes Listicle schaffst, entwickle stattdessen alternative inhaltliche Aufhänger. Das kann z. B. ein Interview mit einer Expertin aus dem Unternehmen sein, eine datengetriebene Recherche oder ein exklusives Meinungsstück. Oft hilft ein redaktionell wertvoller Beitrag dabei, deine Marke nachhaltig in die Köpfe der Redaktion zu bringen.
Fazit & One-Pager-Aktionsplan
- Technische Grundlagen sichern (On-Page-SEO)
- Strategisch relevante Erwähnungen forcieren (PR)
- Sichtbarkeit in vertrauenswürdigen Medien aufbauen
- Listicles und Reviews aktiv bespielen
- Eigene Inhalte so formatieren, dass LLMs sie verstehen
- Keywords mit Suchintentionen in natürlicher Sprache denken
- Redaktionen Mehrwert liefern, nicht nur Infos
GEO ist die Erweiterung von SEO. Und PR ist der Schlüssel zu Erwähnungen.
Team
- Idee & Kampagnenmanager: Julian Gottke
- Kampagnen-Support und Datenerhebung: Kai Müller
- (Web-) Design: Giuliana Mei & Marc-Konstantin Enke

“Die Suche der Zukunft läuft über LLMs.
Wer dort nicht vorkommt, findet nicht statt. Sichtbarkeit entsteht durch Relevanz – und diese entsteht durch ganzheitliche PR.”
JULIAN GOTTKE – CO-FOUNDER BLINQ
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